Marin L'Hopiteau spielt bei der Gruppe Dremmwel die keltische Harfe, lebt in der heimlichen Hauptstadt der Bretagne, in Quimper, und baut dort in seiner kleinen Kellerwerkstatt in liebevoller Handarbeit keltische Harfen.
Marin L'Hopiteau ist leidenschaftlicher Harfinist, er gibt Harfen unterricht
und ist ein sogenannter "luthier", ein Instrumentenbauer. Im vergangenen Sommer
2002 folgte ich seiner Einladung und besuchte ihn in seinem kleinen Haus im Zentrum
von Quimper, um mir von ihm das Handwerk eines Harfenbauers zeigen zu lassen...
Marin L'Hopiteau hat sich 1986 als Harfenbauer selbständig gemacht und
fertigt seitdem pro Jahr etwa 10 Exemplare dieses beeindruckenden Instrumentes
an, das vor allem durch Alan Stivell in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts
zu neuer Beliebtheit gelangte.
Angefangen hat Marin mit dem bau von Dulcimers und Bouzoukis, wobei ihm altgediente "luthiers", also Instrumentenbauer, aus seinem Bekanntenkreis mit Rat und Tat zur Seite standen. Letzlich war es die keltische Harfe, die zierliche Schwester der bei uns eher üblichen großen
Konzertharfe, die ihn in ihren Bann gezogen hat.
Der
Bau einer solchen Harfe dauert relativ lange und setzt gute Kenntnisse als Schreiner
und als Instrumentenbauer voraus. Das Material muss sorgfältig ausgewählt werden und lange genug gelagert werden, bis man es für
den Bau einer solchen Harfe verwenden kann.
Vor allem Kirschbaumholz findet hier Verwendung, das Marin zum Teil jahrelang
in seinem eigenen Garten lagert und entsprechend lange im Voraus bereits auf
Vorrat kaufen muß. Besonders dramatisch sei es dann, erzählt Marin, wenn sich dann beim zersägen des Stammholzes herausstellt, dass es nicht gut, astig und nicht für
den Bau eines Instrumentes zu verwenden sei. Dann kann es bei den Fertigungsterminen
schon mal zu Problemen kommen.
Marin baut seine Harfen nur auf Bestellung, ganz nach den Wünschen seiner Kundschaft. Das beginnt bei der Größe und Ausstattung bis hin zu den Dekorationen, wunderschönen
geschnitzten Verzierungen in Form von stilisierten Tieren oder keltischen Mustern.
So eine individuell, ausschließlich in Handarbeit gefertigte Harfe kann dann auch je nach Dekoration bis zu 2.300,00 € kosten.
Natürlich kann Marin nicht nur
von dem Verkauf von knapp 10 solcher Instrumente im Jahr und den Auftritten mit seiner Gruppe Dremmwel leben. Deshalb gibt er auch noch Harfenunterricht in der lokalen "École de Musique de Quimper" (im dortigen Département
de Musique Traditionnelle, gemeinsam mit Dominig Bouchaud), die sich nicht weit
von seinem Haus entfernt befindet.
In der Szene kennt man sich natürlich und so kann man Marin auch
jedes Jahr bei den "Rencontres
Internationales de Harpe Celtique" in Dinan finden, die dort von einem seiner bekannten Kollegen, von dem bretonischen Harfenspieler und Barden Myrdhin vor 20 jahren ins Leben gerufen worden sind.
Dort stellt er dann einmal jährlich seine Instrumente aus und
trifft sich mit Harfinisten aus aller Welt zum Erfahrungsaustausch.
Kontakt:
Marin L'Hopiteau
3, rue Victor Segalen
F-29000 Quimper
Tel.: 0033-2-98 95 82 47