Besprechung
Schon die gleichnamige CD, die ungefähr
zur selben Zeit 2003 aufgenommen wurde wie die DVD, hat mich damals begeistert
mit ihrem Schwung einerseits und der soliden, erdigen Hausmannskost andererseits.
Denn das ist es, was das Trio Ewen-Delahaye-Favennec (EDF) im besten Sinne
bietet. Charmante, gut gemachte und äußerst unterhaltsam dargeboten
Lieder zwischen bretonischem Folk und intimen Chansons.
"trois voix, trois violons, trois guitares" - so ein Untertitel zur
CD. Das meint vor allem die wiedergefundene Gemeinsamkeit dieser drei Vertreter
der bretonischen Szene der 70er-Jahre, die sich nach langen einsamen Wanderungen
durch Musik, Kunst und Kultur wieder zusammengefunden haben und in vieler Hinsicht
an die gemeinsamen Wurzeln der Jugendjahre in der Bretagne des Aufbruchs, der
musikalischen, kulturellen und gesellschaftlichen Rennaissance erinnern.
In einem Interview im französischen TRAD Magazine unterhielt sich Dominique
Le Guichaoua, selber Musiker, mit dem Trio über diese Wurzeln, über
ihre Solo-Karrieren und über das neue Zusammenfinden als Trio. Dieses interessante
und spannende Interview können Sie bei uns in einer deutschen Übersetzung nachlesen.
Neben der 52-minütigen Aufzeichnung eines Konzertes im Espace Bleu Pluriel
in Trégueux enthält die DVD eine Dokumentation über das Trio
EDF (52 Minuten), in deren Verlauf die drei Protagonisten in der gemütlichen
Atmosphäre ihrer Häuser, Gärten und Heimat in der Bretagne über
die gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart plaudern.
Da kommen die intensiv erlebten 70er und 80er Jahre zu Wort, die Gründung
des ersten bretonischen Labels Nevenoe, einer Künstlerkooperative, welche
die kulturelle Landschaft der Bretagne nachhaltig beeinflußte.
Aber ebenso die persönlichen Träume und Realitäten wie das
wiedergefundene gemeinsame Trio, das sofort "sein Publikum" wiederfand
und bis heute großen Zuspruch bei der bretonischen Öffentlichkeit
findet.
Auch die wichtigsten Lieder des wieder zusammengefundenen Trios werden kommentiert
und in Ausschnitten aus dem aufgezeichneten Konzert eingeblendet.
"Kan Tri" ist eine einfühlsam produzierte Dokumentation von
drei bretonischen Liedermachern, die wahrlich zum Urgestein der Szene gehören.
Eine Dokumentation, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.
. Rodrian