Erik Marchand, bekann geworden vor allem in den 80er-Jahren
durch seinen Gesang bei der legendären bretonischen Gruppe GWERZ, hat sich mittlerweile
anscheinend endgültig in Richtung Balkan orientiert, zumindest was den Großteil
seiner eigenen Produktionen angeht.
Mit Ausnahme der gemeinsamen CD mit Rodolphe Burger "Before
Bac'h" standin den vergangenen Jahren häufig die Kombination bretonischer
und rumänischer Musik im Zentrum seiner Projekte (+ Taraf
de Caransebes, Pruna).
Das Quartet "unu daou tri chtar" oder auch "1 2 3 4" stellt nun eine Art Endstation
dieser Suche nach der perfekten Kombination bretonischer Melodien und Rhythmen
mit der musikalischen Welt des Balkan dar. Vorgestellt wurde das Ensemble auf
der internationalen Bühne bereits Ende 2005 auf der vergangenen Weltmusikmesse
WOMEX in England.
Jetzt ist also
das Album "unu daou tri chtar" als zweite Veröffentlichung bei dem neuen Label
Innacor von Bertrand Dupont erschienen und bereits mit den ersten beiden Produktionen
(N° 1: Hasan Yarimdünia) wird deutlich,
dass sich hier ein feines neues Ausnahmelabel in der Bretagne etabliert, dessen
Produzenten mit großer Kompetenz Musik präsentieren, die von erlesener Qualität
ist.
Mit diesem Album belegt Erik Marchand ein weiteres
Mal seinen genialen Ansatz, dass die bretonische Musik ohne Abstriche mit der
Musik der Balkanländer kombinierbar ist. Diese "Ehe" erzeugt eine ganz neue Musik
voller fremdartiger Reize und überraschender Klänge, die derzeit ihresgleichen
suchen.
Das Quartet Erik Marchand, Jacky Molard, Costica
Olan und Viorel Tajkuna stellt darüber hinaus die ideale Besetzung dar für dieses
Projekt und es bleibt zu hoffen, dass es sich bei dieser Formation um eine dauerhafte
handelt, die möglichst bald auch ausserhalb der Bretagne auf europäischen Bühnen
zu hören sein wird.