"A blast from the Past" lautet der Untertitel der aktuellen CD des IRISH FOLK
FESTIVALS 02, also so viel wie "ein Schmettern aus der Vergangenheit" ? Nun gut,
irgendein verkaufsträchtiges Motto braucht man eben immer und wen interessieren
schon die Äußerlichkeiten. Schließlich zählt ja der Inhalt,
und der ist nicht schlecht.
Die Auswahl der Titel auf der CD entspricht teilweise dem Programm des IFF, so
wie es zu uns in die Städte kam, lediglich die Abfolge ist anders. Auf der
CD geht's los mit
Geraldine MacGowan, Sängerin und Mitbegründerin
der nicht mehr existierenden Gruppe Oisín, die Ende der 70er/Anfang der
80er Jahre mehrere Alben aufnahm. Alle ihre Soloalben wurden von Magnetic Music
produziert und auf der IFF 02-CD ist sie wie die anderen gruppen auch mit 4 Titeln
vertreten.
Mit persönlich ist der Sound von G.MacGowan & Friends (herausragend im Konzert
mit seinem Flötenspiel: Brian O'Connor !) etwas zu nah an schwülstigem "celtic
emotions" Feeling angebaut und leider findet man auf der CD keines der mitreißenden
Instrumentals mit G.MacGowan am bodhran, die für mich im Konzert wesentlich
mehr "blast" hatten.
Die
Alan Kelly Band sind da schon eher mein Fall. Beste irische traditionals
(und Eigenkompositionen), mal mitreißend dynamisch, mal sentimental. Aber
insgesamt wesentlich näher an der "past".
Ein ganz spezieller Fall sind dann
Jake Walton & Eric Liorzou. E.Liorzou,
Mitbegründer, Sänger und Gitarrist der bretonischen Gruppe
Bleizi
Ruz spielt schon seit einiger Zeit mit dem Drehleier-Mann J.Walton aus Cornwall
zusammen.
Und diese sehr eigene Mischung kommt nun auf der CD wesentlich besser zur Geltung
als im Konzert. Zwar bekommt man auf der CD nichts mit von Erics amüsanter
Moderation (die Hurdy-Gurdy-Witze !), aber live war alles auf starken Gruppensound
eingepegelt und nicht auf ein Duo mit leisen Zwischentönen - leider. Dabei
zeigen die 4 Titel des Albums, was die beiden so draufhaben: vor allem der Reel "Bonaparte's" !
Und zu guter letzt auf CD wie auch im Konzert die wahre Entdeckung des IFF 02:
SLIDE.
Nach all der doch eher besinnlichen und gewohnten Kost der anderen Interpreten,
bieten die 4 Jungs alles, was man sich an "blast" nur wünschen kann. Mitreißende,
frische und kraftvolle Musik (leider geht die fiddle auf der CD im Vergleich
zum Live-Auftritt viel zu sehr unter) und eine unvergleichliche Bühnenpräsenz
bei den 4 Musikern, allen voran mit fiddle und Gesang Daire Bracken (ex-Danú und
ex-Niamh Parsons).